Projektvorstellung

Die Automobilindustrie befindet sich weltweit in einem tiefgreifenden Umbruch, sie erfindet sich gegenwärtig praktisch neu. Anlass sind epochale Strukturveränderungen, die zeitgleich Märkte, Produkte und Prozesse betreffen. Dank Digitalisierung und skalierbarer Geschäftsmodelle geschieht dies in einem nie dagewesenen Tempo und stellt Hersteller, Lieferanten und Dienstleister vor immense Herausforderungen, die diese Branche nachhaltig verändern werden. Dabei hat die Zulieferindustrie aufgrund ihres überragenden Anteils von ca. 70 % an der automobilen Wertschöpfung einen erheblichen Anteil dieses Strukturwandels zu bewältigen.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Strukturwandel heißt auch heute KOMPETENZENTWICKLUNG. Dieser Entwicklungsbedarf betrifft allein in den Feldern Produkt und Prozess, auf die sich das Netzwerk konzentrieren wird, zeitgleich zu entwickelnde Kompetenzen in den Themenfeldern: „Neue Antriebe (Elektromobilität)“ – „Neue Materialien (Leichtbau)“ – „Digitalisierung in Produkt (Connected Car/autonomes Fahren) und Prozess (Industrie 4.0)“. Für diese Kompetenzentwicklung steht aufgrund der Dynamik des gegenwärtigen Innovationszyklus nur eine Zeitspanne von wenigen Jahren zur Verfügung. Bereits die Fahrzeuggenerationen, die ab etwa 2020 neu auf die Straße kommen, werden in einem hohen Umfang über diese neuen Productfeatures verfügen.

Bis dahin bleibt nicht viel Zeit. Daher haben die großen Automobilhersteller für einige dieser Herausforderungen, wie z.B. für das Themenfeld Digitalisierung, Qualifizierungsoffensiven ausgerufen, um ihre Belegschaften auf diese „neue Zeit“ vorzubereiten. Kleine und mittelständische Unternehmen haben diese Möglichkeit nicht. Damit ist eine Zielrichtung des Netzwerkes Auto_ID – Zielgruppe KMU – benannt.

Eine Bewältigung der aufgezeigten Fülle neuer Themen in einer begrenzten Zeitspanne von wenigen Jahren wird nur mit neuen Methoden und Instrumenten möglich sein. Digitale Informations- und Lernangebote erhöhen durch Multiplikationseffekte Transfergeschwindigkeiten, gestatten die Integration in unterschiedliche Arbeits- und Lernumgebungen, ermöglichen durch modulare Benutzerführungen individualisierbare Angebote u.v.m. Sie sind letztlich effektiver und sparen den Unternehmen und Mitarbeitern Zeit und Geld. Dies ist eine weitere Zielrichtung des Netzwerkes Auto_ID – modularer digitaler Wissenstransfer.

Bezogen auf die umwälzenden Strukturveränderungen in Produkt und Prozess der Automobilbranche will das Netzwerk Auto_ID Lösungen und Szenarien zum digitalen Wissenstransfer für die sächsische Automobilzulieferindustrie entwickeln und umsetzen. Dieser Industriezweig ist mit seinen ca. 60.000 Beschäftigten die Schlüsselbranche für Umsatz, Export, Investitionen, Beschäftigung und künftiges Wachstum in der Region.

Der digitale Wissenstransfer stellt eine ideale Brücke dar, um neue Inhalte mit neuen Lernangeboten für die berufliche Bildung zu verknüpfen. Mit dem Projekt Auto_ID soll ein branchen- und regionalspezifisches Netzwerk – Digitales Lernen – geschaffen werden, das Automobilkompetenz, digitale Kompetenz und passgenaue didaktische Konzepte für unterschiedliche Zielgruppen miteinander verbindet.

Im Ergebnis sollen folgende Hauptziele erreicht werden:

1. ) Erarbeitung und Einbindung passgenauer didaktischer Konzepte digitaler Lerninhalte in:

       – das duale Studium von Studierenden

       – die Aus- und Weiterbildung von Auszubildenden

       – die Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten der Automobilindustrie

2.) Aktive Beteiligung von ca. 200 mittelständischen Unternehmen an den unternehmensübergreifenden digitalen Angeboten

3.) Implementierung von unternehmensspezifischen Lösungsansätzen in ca. 20 mittelständischen Unternehmen

Eine Transfer- und Servicestelle wurde in Chemnitz initiiert und unterstützt über die gesamte Projektlaufzeit diese Transferleistungen. Zum Projektende wird die Transfer- und Servicestelle in eine eigenfinanzierte Einrichtung überführt werden, um die Nachhaltigkeit der geförderten Initiativen zu gewährleisten.